Selbstmitleid als neue Religion – Ein Blick auf Afterlife

Es gibt die Sendung „Afterlife“ von Ricky Gervais. Sie zeigt einen Mann, der seine Frau verloren hat und in Selbstmitleid zerfließt.

Was mich besonders an dieser Serie gestört hat, weshalb ich sie auch nicht weiter geschaut habe, war, daß um ihn herum lauter Leute waren, die ihn in seinem Selbstmitleid unterstützt haben. Eigentlich genau das gleiche Prinzip wie bei den Gilmore Girls. Eine neurotische, selbstverliebte Jugendliche, die nichts auf die Reihe bekommt, wird von jedem in ihrer Umgebung unterstützt und freundlich behandelt und begrüßt und willkommen geheißen. Und genauso er, Ricky Gervais in „Afterlife“, genauso ist er. Jemand, der sich beschwert, eigentlich nichts wirklich auf die Reihe kriegt und mit Leerargumenten sich hervortun will. Was er macht, ist, er bringt moralisch aufgeladene Argumente, um andere zum Schweigen zu bringen. Er argumentiert fast nie mit Fakten, sondern fast immer mit Moral. Und das ist besonders ironisch, nachdem er ja als Komiker einen Feldzug gegen die Religion gestartet hat. Er macht sich über die Religion lustig, ist aber selbst hoch moralisch.

Natürlich ist es der richtige Weg, nicht moralisch zu sein. So paradox das klingt. Das heißt, Religion ist natürlich der falsche Weg. Da hat er objektiv gesehen recht. Aber er macht es nicht besser. Er geht von einer Religion in die nächste Religion und sagt, meine Religion ist besser als deine Religion. Und dann nennt er seine Religion Wissenschaft, welche nicht einmal wissenschaftlich ist.

Und wenn das schön emotional aufgeladen ist und moralisch wird er von den vermeintlichen Skeptikern der Religion gefeiert.

Seine Serie ist einfach nur eine Fortführung dessen. Sie ist vorhersehbar, sie ist nicht besonders im Allgemeinen und sie ist nicht besonders kreativ. Die Menschen, die um ihn herum sind, werden einfach nur hingestellt, damit er seine Moral verbreiten kann. Darum geht es die ganze Zeit. Es geht immer nur darum, daß er seine Moral verbreiten kann, in Selbstmitleid zerfließen kann und ihn alle unterstützen. Wie gesagt, das gleiche Prinzip wie bei den Gilmore Girls.

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