Die Nachteile von Gamification – Warum Gamification nicht funktioniert

Gamification ist ein Begriff, der in den letzten Jahren immer häufiger in der Bildungs- und Arbeitswelt auftaucht. Er beschreibt den Versuch, Lern- oder Arbeitsprozesse mit spielerischen Elementen wie Punkten, Abzeichen, Ranglisten oder Belohnungen zu versehen, um die Motivation, das Engagement und die Leistung der Beteiligten zu steigern. Doch funktioniert Gamification wirklich? Oder ist es nur eine Modeerscheinung, die mehr Schaden als Nutzen anrichtet?

In diesem Artikel möchte ich einige Gründe nennen, warum ich Gamification für eine schlechte Idee halte.

Der erste Grund, warum Gamification nicht funktioniert, ist, daß sie die eigentlichen Ziele von Lernen oder Arbeiten mit oberflächlichen Anreizen ersetzt. Anstatt sich auf den Inhalt, den Sinn oder den Wert einer Tätigkeit zu konzentrieren, werden die Beteiligten dazu verleitet, nur noch auf die Punkte, die Abzeichen oder die Ranglisten zu schauen. Das führt dazu, daß sie die Tätigkeit nur noch als Mittel zum Zweck betrachten und nicht mehr als etwas, das an sich interessant, wichtig oder erfüllend ist.

Ein Beispiel dafür ist das sogenannte „Khan Academy“-Phänomen. Die Khan Academy ist eine Online-Plattform, die kostenlose Lernvideos und Übungen zu verschiedenen Themen anbietet. Um die Nutzer zu motivieren, hat sie ein Gamification-System eingeführt, das Punkte, Abzeichen und Ranglisten vergibt. Doch was passiert dadurch? Die Nutzer fangen an, die Videos nur noch zu überspringen oder zu beschleunigen, um schneller an die Punkte zu kommen. Sie machen die Übungen nur noch mechanisch oder mit Hilfe von Google, um mehr Abzeichen zu sammeln. Sie vergleichen sich ständig mit anderen Nutzern auf der Rangliste, um ihr Ego zu befriedigen. Kurz gesagt: Sie lernen nicht mehr aus Neugier oder Freude am Thema, sondern aus Gier nach Belohnungen.

Der zweite Grund, warum Gamification nicht funktioniert, ist, daß sie so uninteressant ist wie das hundertste Spiel, bei dem eine Figur durch leuchtende Kreise läuft, wie Sonic the Hedgehog, und dabei die Zahl der Punkte ansteigt. Es ist einfach leer, Industrieware. Gamification ist kein echtes Spiel, sondern nur eine billige Imitation. Sie kopiert nur einige äußere Merkmale von Spielen, wie Punkte oder Abzeichen, aber ignoriert das Wesentliche: Die Herausforderung, die Kreativität, die Spannung, die Emotionen und die Bedeutung.

Ein echtes Spiel ist mehr als nur eine Ansammlung von Belohnungen. Es ist eine interaktive Erfahrung, die den Spieler in eine andere Welt entführt, in der er seine Fähigkeiten testen, seine Fantasie ausleben und seine Identität ausdrücken kann. Ein echtes Spiel hat eine Geschichte, einen Konflikt, einen Charakter und ein Ziel. Ein echtes Spiel lässt den Spieler Entscheidungen treffen
und Konsequenzen tragen. Ein echtes Spiel fordert den Spieler heraus und passt sich seinem Niveau an. Ein echtes Spiel macht Spaß und Sinn.

Gamification hingegen ist nur eine Manipulationstechnik, die versucht, den Spieler mit extrinsischen Anreizen zu ködern. Sie bietet keine echte Erfahrung, sondern nur eine Illusion von Fortschritt und Erfolg. Sie respektiert nicht die Autonomie und die Individualität des Spielers, sondern versucht ihn zu kontrollieren und zu standardisieren. Sie fördert nicht das Lernen oder das Arbeiten, sondern verhindert es.

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